Allgemeine Fragen
An dieser Stelle finden Sie allgemeine Informationen zur psychologischen Diagnostik, wie sie auch bei uns in der Praxis ausgeführt wird. Bitte klicken Sie auf die Bereiche, die Sie interessieren.

Zu 1.) Was bedeutet psychologische Diagnostik?
Wenn ein Kind ein Verhalten zeigt, dass durch sein Umfeld als nicht "normal" oder sogar als auffällig bezeichnet wird, stellt sich Ihnen als Eltern die Frage, warum es sich so benimmt. Psychologen und Psychotherapeuten, als Experten für die Beobachtung und Erklärung von Verhalten(sweisen), können Ihnen helfen diese Frage zu beantworten.

Wir verfügen über eine große Vielfalt an wissenschaftlich abgesicherten Diagnose- und Therapietechniken (Übersicht Testverfahren). In Zusammenarbeit mit dem Kind/Jugendlichen sowie seinen Bezugspersonen werden geeignete Verfahren individuell ausgewählt und festgelegt.
Gespräch mit Eltern und/oder Kind/Jugendlichen
Zunächst sammeln wir Informationen über Ihr Kind und sein Verhalten. Diese Informationen dienen als Ausgangspunkt jeder Diagnostik und bilden die Basis für mögliche Verhaltenserklärungen. Aus dem direkten Gespräch mit Ihnen und/oder Ihrem Kind ergeben sich wichtige Informationen für den diagnostischen Prozess. Von besonderem Interesse sind dabei auch Informationen zur Entwicklung Ihres Kindes und seinen Verhaltensweisen sowie bereits von Ihnen unternommene Versuche Ihrem Kind zu helfen.
Instrumente psychologischer Diagnostik
Um weitere Informationen über die Ursachen und Entwicklung der Verhaltensprobleme Ihres Kindes zu sammeln, bedienen wir uns verschiedener Diagnostikinstrumente wie Fragebögen, Testverfahren, Verhaltensbeobachtungen u. a.
Standardisierte Testverfahren/Fragebögen
Durch sogenannte standardisierte Testverfahren ist es möglich eine statistisch abgesicherte Aussage darüber zu treffen, wie sich Ihr Kind mit seinen Leistungen und Verhaltensweisen im Vergleich zu Kindern seiner Altersgruppe einordnen lässt. Hierzu werden die Ergebnisse dieser Testverfahren eingestuft in unterdurchschnittlich, durchschnittlich oder überdurchschnittlich.
Standardisierte Testverfahren gibt es für viele unterschiedliche Bereiche, unter anderem für:

  • Allgemeine Entwicklung  (z.B. Motorik, Sprache, emotionale Entwicklung)
  • Intelligenz
  • Wahrnehmung
  • Konzentration
  • Messung von klinischen Symptomen wie Angst, Depression, geringes Selbstwertgefühl u. ä.
  • Schulleistungen (Lesen, Schreiben, Rechnen)

Um eine adäquate Durchführung, Auswertung und Interpretation zu gewährleisten, dürfen die meisten dieser Tests- und Fragebogenverfahren nur von Psychologen und Psychotherapeuten ausgeführt werden, da sie über die notwendigen Kenntnisse dafür verfügen.

Projektive Testverfahren
Der Unterschied zwischen projektiven Testverfahren und standardisierten Verfahren besteht darin, dass es bei projektiven Testverfahren keine statistisch gesicherte Auswertung gibt. Diese Verfahren  ermöglichen lediglich eine Aussage über das individuelle Befinden Ihres Kindes, es ist kein statistischer Vergleich mit Gleichaltrigen möglich.
Daher bedarf die Auswertung und Interpretation einiger Vorsicht und umfangreiche Kenntnis über das Kind.
Beobachtung in der Testsituation
In einer psychologischen Testsituation beobachten wir, wie sich ein Kind in der ungewohnten Situation verhält. Hierzu achten wir zum Beispiel darauf, ob eine von den Eltern berichtete motorische Unruhe auch in der Testsituation deutlich wird oder wie das Kind mit Misserfolg umgeht.

Zu 2.) Warum wird eine psychologische Diagnostik durchgeführt?
Erklärung für Verhaltensweisen eines Kindes/Jugendlichen
Ein erster Grund für eine psychologische Diagnostik kann die Erklärungssuche für beobachtete Schwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten Ihres Kindes sein. Die Ursachen von (dysfunktionalen) Verhaltensweisen lassen sich hier durch eine psychologische Diagnostik leichter erkennen, als es alleine durch objektive Beobachtung möglich wäre.
Ansatzpunkte für Hilfsmaßnahmen / Therapie
Ohne eine ausführliche Analyse der möglichen Ursachen für Schwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten kann den betroffenen Kindern und ihren Familien nicht oder nur schwer geholfen werden. Die Ergebnisse einer psychologischen Diagnostik bieten darum einen guten Ansatzpunkt für eine Therapie, falls diese notwendig erscheint. Die Ergebnisse der Diagnostik bilden hierbei die Grundlage für die Therapieplanung.
Anforderung von externen Stellen
Eine psychologische Diagnostik kann auch als notwendig angesehen werden, um externe Instanzen (z. B. Schulen, Ämter) von der Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen zu überzeugen. Hierbei ist zum Beispiel an Kinder mit dem Bedarf der Unterstützung durch eine Schulassistenz zu denken.

Zu 3.) Was bewegt Eltern ihre Kinder psychologisch untersuchen zu lassen?
Eigene Verhaltensbeobachtungen sowie Beobachtungen von Verwandten, Bekannten, Lehrern oder Erziehern, die gewisse Probleme oder Schwierigkeiten eines Kindes implizieren, können Eltern verunsichern und beunruhigen. Meist wenn alle eigenen Versuche, ihrem Kind zu helfen, nicht zum Erfolg geführt haben, suchen Eltern psychologische Hilfe. Dabei sind die Probleme, bei denen Eltern psychologische Hilfe suchen, sehr unterschiedlich:
  • Konzentrationsprobleme/Ablenkbarkeit 
  • Angst vor der Schule oder Klassenarbeiten
  • Probleme mit bestimmten Schulleistungsbereichen wie Rechtschreibung oder Mathematik
  • Störverhalten im Unterricht
  • Geringes Selbstvertrauen
  • Keine Freunde
  • Schlafstörungen
  • Rückzug von Hobbys, Freunden etc.
  • Häufige Konflikte mit anderen Kindern oder in der Familie
  • usw.
 
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